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Die Villa Marienheide

Zentraler Seminarort ist die Villa Marienheide in Hertel bei Neuenkirchen in der Lüneburger Heide.

 

Das Haus wurde 1908 gebaut und hat eine bewegte Geschichte: Es entstand, weil eine Bauersfamilie Land in Wietze hatte, wo damals Erdöl gefunden wurde. Die moderne Form der Förderung wurde übrigens da entwickelt und nicht in Amerika. Jedenfalls gab es einen richtigen Ölrausch und 1908 waren die Förderquoten auf dem Höhepunkt. So sind in und um Wietze viele Villen in diesem Stil entstanden, und eben zufälligerweise auch in Hertel bei Neuenkirchen, wo die Bauersfamilie eine solche Villa einfach direkt neben ihrem Hof setzte. Nachdem die Erdöl-Quellen aber erschöpft waren, wurde wieder normal nur Landwirtschaft betrieben bis in die 80er Jahre. Dann gaben die Nachfahren der Erdöl-Ursprungsfamilie die Landwirtschaft auf und verkauften die Villa mitsamt Hof und Ländereien an die Katholische Kirche, die es einem Damen-Schweige-Orden überließ. 12 Nonnen wohnten fortan zwischen den Herteler Bauern, aber sie verließen den Ort 1999 wieder, weil es ihnen zu nah am turbulenten Leben war. Der Besitz wurde geteilt, Hof und Ländereien kaufte ein Landwirt, die Villa und das Bauernhaus wurden von einem Geschäftsmann erworben. Der ging in die Insolvenz und so kauften wir die Villa im Jahr 2004.

Hertel liegt idyllisch zwischen Wald und Feldern, umgeben von Teichen und Bächen. Es leben etwa 30 Menschen in dem winzigen Ort.